Im Streit um die ärztlichen Notdienste dringt die Landespolitik auf bessere Kommunikation
Von Eike KellermannErfurt – Schon der Titel machte deutlich, dass es ohne diplomatische Zurückhaltung zur Sache ging. „Umstrukturierung der Notfalldienste kritisch hinterfragt“, überschrieb der Gesundheitsausschuss gestern seine Pressemitteilung. Die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Regina Feldmann, war vor den Landtagsausschuss geladen worden, um den Gesundheitspolitikern über die umstrittene Neuordnung der ärztlichen Notdienste in Thüringen Rede und Antwort zu stehen.
„Das war kein Heimspiel für die Kassenärztliche Vereinigung“, fasste der Links-Abgeordnete Thomas Hartung seinen Eindruck zusammen. Vielmehr sei die Ärzte-Funktionärin „sehr kritisch“ befragt worden. Der Interessenverband der niedergelassenen Ärzte organisiert die Notdienste, die außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten für die Patienten zuständig sind. Nun sollen – als Reaktion auf die Überalterung der Ärzte und fehlenden Nachwuchs – die Notdienstbereiche zusammengelegt werden. In den Landkreisen ist nur noch eine zentrale Anlaufstelle vorgesehen.
Den kompletten Artikel können sie hier nachlesen (freies-wort.de).
Die Linke befürchtet eine schlechtere Versorgung. Doch Ärzte und Kassen loben die Reform.
Von Eike Kellermann
Erfurt – Thomas Hartung ist selbst promovierter Arzt. Neben seinem Landtagsmandat arbeitet der gesundheitspolitische Sprecher der Links-Fraktion noch immer im Notfalldienst rund um Weimar. Hartung kennt also aus eigener Erfahrung, was er jetzt einer harschen Kritik unterzieht. Nach seiner Auffassung ist die Umstrukturierung des ärztlichen Notdienstes in Thüringen mit Nachteilen für die Patienten verbunden. „Eine Verschlechterung der Versorgung ist abzusehen“, warnt der Politiker-Mediziners.
Hartung kritisiert eine Reform, die derzeit von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) umgesetzt wird. Der Interessenverband der niedergelassenen Ärzte ist für den Notdienst zuständig. Immer dann, wenn ihr Hausarzt keine Sprechstunde hat, können sich Patienten an den Notarzt wenden, den sie entweder aufsuchen oder der ihnen einen Hausbesuch abstattet. Das bleibt auch in Zukunft so. Aber kleine Notdienstbereiche werden nun zu größeren Bereichen mit einer zentralen „Notdienstzentrale“ zusammengeschlossen. Ein diensthabender Arzt ist damit für mehr Patienten zuständig. „Eine Fehldiagnose könnte im Ernstfall Leben kosten“, lautet Hartungs Alarmruf. Im zufolge kommen auf die Patienten längere Fahrzeiten und längere Wartezeiten zu. Außerdem sei mit steigenden Kosten zu rechnen.
Weiterlesen auf der Seite der Südthüringer Zeitung:
http://www.stz-online.de/nachrichten/thueringen/seite3thueringenstz/art2448,1063476
(stand in der Südthüringer Zeitung, 2.2.2010)
Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Dieter Althaus hat im Februar einen neuen Job angetreten: Ab sofort wird er im Management des Autozulieferers MAGNA arbeiten. Dieser Arbeitsplatzwechsel ist umstritten, denn noch hat Dieter Althaus ein Mandat im Landtag. Kann er damit seine Funktion als Abgeordneter überhaupt noch unbeeinflusst wahrnehmen? Kritisiert wird der Wechsel von Althaus auch von einigen seiner Kollegen im Landtag. Shanghai Drenger sprach dazu mit dem Weimarer Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Hartung…
Dr. Thomas Hartung zum Arbeitsplatzwechsel des ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (www.mediathek-thueringen.de)
(Das Interview wurde am 1. Februar 2010 auf Radio LOTTE Weimar gesendet; Quelle: Radio LOTTE Weimar und http://www.mediathek-thueringen.de)
Hartung: Schlechtere Patientenversorgung
Erfurt (OTZ/Johr). Kritik an der Reform des kassenärztlichen Notfalldienstes in Thüringen hat der Gesundheitspolitiker der Linkspartei, Dr. Thomas Hartung, geäußert. „Die seit einigen Monaten laufende Umstrukturierung verschlechtert die Patientenversorgung, verzögert die Diagnostik und verteuert das gesamte System“, sagte der Landtagsabgeordnete gestern in Erfurt.
Die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) angestrebte Umstellung sieht vor, die bisher rund 60 Bereiche für Notdienste im Land auf 19 zu reduzieren und an ausgewählten Kliniken Notfallpraxen einzurichten, sagte Hartung, der in Weimar selbst im Notfallbereich praktiziert.
Weiterlesen auf der Seite der Ostthüringer Zeitung:
http://www.otz.de/otz/otz.nachrichten.volltext.php?kennung=on5otzHOMHomNational40208&zulieferer=otz&kategorie=HOM&rubrik=Homepage®ion=National&auftritt=OTZ&dbserver=1
(stand in der Ostthüringer Zeitung, 1.2.2010)