Der Doktor und das liebe Vieh…

Schweinereien im und vor dem Landtag

Von Pierre C. Deason-Tomory

In einer aktuellen Stunde hat der Landtag am 12. Oktober über Tierversuche debattiert, die im Auftrag der US-Armee in Ostthüringen an lebenden Schweinen von angehenden Sanitätern und Notärzten vorgenommen werden sollen. Hartung erklärte dabei, »Ausbildungen an lebenden Schweinen, die nach der OP eingeschläfert werden, sind aus Tierschutzgründen unzulässig, aus Ausbildungssicht minderwertig und für die zukünftigen Patienten gefährlich.«

Wer die Ausbildung auf die Erstversorgung und da wieder auf das rein Technische reduziert, trenne die Medizin von der Menschlichkeit, so Hartung weiter. »Es geht nicht zuerst um eine schöne Naht, es geht darum, dass Menschen überleben und genesen. Ausbildung nach dem Motto ‘Operation gelungen, Patient tot’ bringt keine guten Ärzte hervor.«
Am nächsten Tag fand direkt vor dem Landtagsgebäude eine Demonstration von Tierschützern gegen Massentierhaltung statt, auf der Hartung forderte, Massentierhaltung mittelfristig zu überwinden. Er beklagte, dass die vielfachen Belastungen aus der Massentierhaltung nicht in den Preis einfließen und damit nicht in das Bewusstsein der Konsumenten gelangen. Er erklärte: »90 Prozent der multiresistenten Keime stammen aus der Massentierhaltung. Das kostet nicht nur Milliarden Euro, es tötet Menschen. Diese Kehrseite der Massentierhaltung dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.« Der Grund, warum er Massentierhaltung ablehnt, ist derselbe wie für seine Kritik an den bekannt gewordenen Tierversuchen: »Ich bin Arzt. Es geht mir ebenso um die Gesundheit der Leute wie um die Tiere selbst.«

Der Radiosender Antenne Thüringen berichtete in der Sendung am 12. Oktober um 15:00 Uhr:

hartung.mp3

Thomas spricht, Schwein jubelt

Dr. Thomas Hartung auf der Demonstration gegen die Massentierhaltung in Thüringen vor dem Landtag.