Carsten Meyer: Für Weimar als Kreisstadt, gegen Finanzierung der Weimarer Kultur

bild dnt nachtsWeimarer Abgeordneter wendet sich wiederum gegen die Interessen der Stadt

von Pierre C. Deason-Tomory

Mit Befremden hat der Weimarer Landtagsabgeordnete Thomas Hartung (SPD) die Idee seines grünen Landtagskollegen Carsten Meyer zur Kenntnis genommen, den gerade mühsam ausgehandelten Kulturlastenausgleich zu streichen. Nach seinem jüngst gemachten Vorschlag, Weimar sollte nicht kreisfrei bleiben, wende sich Meyer nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gegen die Interessen der Stadt.

„Ein Verzicht auf diesen Ausgleich würde die Stadt Weimar jährlich zwischen 500.000 und einer Million Euro kosten“, so Hartung weiter. Besonders merkwürdig ist dabei die suggerierte Verknüpfung zwischen dem Kulturlastenausgleich und den Residenzstädten mit Theatern.

„Herr Meyer hat wohl die Intention des Ausgleiches nicht verstanden.“ Nachdem das SPD-geführte Kultusministerium im vergangenen Jahr die Theaterfinanzierung gerade auch in Weimar verlässlich geregelt hat, gäbe es gar keinen Bedarf nach einem weiteren Förderprogramm für diesen Sektor der Hochkultur. „Glaubt Herr Meyer etwa, die Stadt Weimar würde das zusätzliche Geld über die vertraglichen Verpflichtungen hinaus in das Theater oder in die Klassikstiftung fließen lassen?“, fragt Hartung. Vielmehr trage der Kulturlastenausgleich dazu bei, dass Städte, die durch Verträge in der Pflicht sind, Hochkultur überproportional zu fördern, dafür einen Ausgleich erhalten. Dieser sei auch dazu gedacht, den genannten Theaterstädten gerade eine Förderung der Breitenkultur zu ermöglichen. Diese geht als „freiwillige Leistung“ viel zu häufig neben der Hochkultur leer aus.

Im ländlichen Raum könne man durchaus heute schon Breitenkultur fördern, habe man hier doch kaum Verpflichtungen im Bereich der Hochkultur. Hier liege der solidarische Ansatz des Kulturlastenausgleiches: Die Städte, die für Thüringen und Deutschland mehr Verantwortung für unser kulturelles Erbe tragen, bekommen einen Lastenausgleich. Eine Neiddebatte Hochkultur in Städten gegen Breitenkultur auf dem Land sei das Letzte, was man gebrauchen könne.

„Auch wenn sich Herr Meyer als Landespolitiker für das große Ganze verantwortlich fühlt, so wäre es doch legitim, wenn er sich auch für die Stadt einsetzt, deren Oberbürgermeister er immerhin einmal werden wollte. Ich jedenfalls werde mich für diese Stadt einsetzen und streite daher für den Kulturlastenausgleich und natürlich auch für Weimars Kreisfreiheit.“

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