PRESSEMITTEILUNG: Nach Warnung der Kassenärztlichen Vereinigung über Ärztemangel in Thüringen: MdL Dr. Thomas Hartung fordert Entkommerzialisierung des Arztberufs

Nach Warnung der Kassenärztlichen Vereinigung über Ärztemangel in Thüringen: Der Weimarer Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Hartung fordert Entkommerzialisierung des Arztberufs

Der Weimarer Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Hartung hat am Wochenende die Warnungen der Kassenärztlichen Vereinigung über einen Ärztemangel in Thüringen bestätigt. Die KV hatte am Freitag auf die Ergebnisse einer Studie verwiesen, die besagen, dass der Ärztemangel in Thüringen flächendeckend wächst. Betroffen seien davon nach Angaben der Landesvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung, Regina Feldmann, nicht mehr nur die ländlichen Regionen. Derzeit könne nur jede dritte bis vierte freiwerdende Arztstelle im Land nachbesetzt werden.

Dieses Problem, so Hartung, werde man mit kosmetischen Korrekturen nicht lösen können. „Wir brauchen in der Gesundheitspolitik einen Systemwechsel: Weg von der Ware Gesundheit, wieder hin zu einer Beschäftigung mit den Menschen.“ Hartung hält drei grundlegende Schritte im bundesdeutschen Gesundheitssystem für nötig, damit in Deutschland wieder in ausreichender Zahl junge Menschen Arzt werden wollen.

Erstens müssten die Ärzte in die Situation versetzt werden, dass sie wieder ihre Zeit mit der Beschäftigung mit dem Menschen verbringen könnten und nicht mit einer überbordenden Bürokratie. Zweitens sollte der Arzt künftig frei sein von wirtschaftlicher Unsicherheit, die ihn vor den immer neuen Gesundheitsreformen der Bundesregierung zittern lässt. Und drittens sollte der Arzt, der früher als ein begehrter Helfer angesehen wurde, nicht von Politik und Öffentlichkeit als teurer Kostenverursacher abgestempelt werden.

Derzeit arbeiteten, so Hartung, rund 40% der in Deutschland ausgebildeten Mediziner nach dem Studium nicht als Ärzte oder aber im Ausland. Um das zu ändern brauche das Land eine grundlegende Gesundheitsreform, die von einer Abkehr von der Kommerzialisierung ausgeht. „Gesundheit als Ware, hergestellt vom Dienstleister Arzt, darf nicht das Zukunftsbild sein.“

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